And the Oscar für beste Hauptrolle goes to: Gebäude!

angelegt von Miriam Neubauer am 5. März 2009 - 12:40

Der Film „koolhaas houselife“ wartet mit einer neuartigen Besetzung auf. Denn neben der Putzfrau, aus deren Perspektive porträtiert wird, hat ein Gebäude die Hauptrolle inne!
Das -von dem bekannten niederländischen Architekten Rem Koohaas gestaltete- Einfamilienhaus im französischen Bordeaux ist nicht nur Ort der Handlung, sondern auch Star des Films.

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Quelle: Pressematerial von „koolhaas houselife“

Die moderne Architektur wird durch die originelle Idee der Macherinnen Ila Bêka und Louise Lemoîne transportiert: sie lassen die Putzfrau des Hauses erzählen.

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Quelle: Pressematerial von „koolhaas houselife“

Durch die „Verschmelzung“ der Person mit dem Haus wird das Gefühl einer lebenden Architektur erzeugt. Eine künstlerische und kulturell anspruchsvolle Marketingvariante, um ein Gebäude ins Scheinwerferlicht zu rücken. Aufmerksamkeit ist hiermit garantiert!Wir haben auch eine Putzfrau und grübeln gerade, ob sie wohl dazu bereit wäre, sich eine Runde ins Rampenlicht des Filmmarketings zu begeben…

Da ist drin, was drauf steht…

angelegt von Miriam Neubauer am 26. Februar 2009 - 12:03

Sie laufen an einem Laden vorbei, der ganz offensichtlich Musikartikel verkauft. Sie schlendern über die Straße und es wird deutlich: vor Ihnen befindet sich eine Bibliothek. Allerdings erkennen Sie das nicht, weil - wie üblich- ein Schild die Infos vermittelt. Nein, es wird Ihnen visuell deutlich gemacht und im wahrsten Sinne vor Augen geführt.
Denn vor Ihnen erhebt sich ein gigantisches „Bücherregal“- die Außenfassade des Bibliotheksgebäudes!

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Quelle: www.scophy.com

So ist es zumindest, wenn Sie vor der Cardiff-Bibliothek in Wales stehen.
Ein beeindruckender Marketingeffekt, denn den Anblick eines solch originellen Gebäudes vergisst man nicht so schnell. Dem Sprichwort „aus den Augen, aus dem Sinn“ wird mit der offensiven Strategie effizient der Gar aus gemacht. Zudem kann über die visuelle Ansprache das Image transportiert werden: im Vergleich zu obiger Bibliothek, die scheinbar recht moderne Bücher im Verleih hat, hier die Außenansicht der – wohl traditioneller orientierten- Kansas City-Bibliothek.

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Quelle: www.flickr.com/photos/davidking  / Foto von David King

Diese Bücherwand markiert zwar lediglich das Parkhaus der Bibliothek, fällt aber mindestens genauso auf, wie das Hauptgebäude der Bibliothek in great Britain. Wir finden: Eine gelungene Motivation, um endlich zur Leseratte zu mutieren.
Sehr originell ist auch das Gitter dieses Musikladens in Southampton. Die Engländer scheinen die Rhetorik der visuellen Kommunikation meisterhaft zu beherrschen und fördern damit ein wenig den Glauben an den Rockstar in uns.

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Quelle: www.theguitarstoreonline.com.uk

Die Methodik dieser Außenwerbungen, lose verwandt mit so genannten Supergraphics -also seeehr großer Werbung auf Gebäudefassaden-, unterscheidet sich im wesentlichen durch ihren Inhalt.
Ein Blick in die Zukunft: Sie gehen durch eine Straße, sind von bunten Kunstwerken umgeben und erkennen bei jedem Gebäude sofort, was drin ist. Praktisch… :-)
Wir lernen: Eine Mauer ist nicht nur ein Medium, sondern auch eine originelle Verpackung.
Wenn Sie also auf einmal einer riesigen Kaffeetasse begegnen- reingehen und das moderne Verpackungsmarketing genießen!

Stockwerk Marketing…

angelegt von Miriam Neubauer am 19. Februar 2009 - 16:22

….wir lüften ein Geheimnis

Der „Burj Dubai“ steht seit geraumer Zeit im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Im Januar diesen Jahres erreichte er mit unglaublichen 818 Metern Weltrekordstatus. Doch der Turm ist noch nicht fertig gebaut! Ob ihm auf der Zielgeraden die Finanzluft ausgehen oder er im Jahr 2010 seine Vollendung erleben wird - das steht dementsprechend in den Sternen…

Nun zum Marketingaspekt.

Die Baugesellschaft Emaar Properties genießt das Thema “endgültige Höhe” und schweigt. Auch die Anzahl der Stockwerke liegt nach wie vor im Dunkeln, und die Gerüchteküche brodelt dementsprechend. Resultat des kontinuierlichen Spannungsaufbaus, der jedem Krimiautor Konkurrenz macht, ist spekulative Aufmerksamkeit. Alle Verfolger des Geschehens fragen sich natürlich zähneknirschend: Wie hoch wird der Turm denn nun???
Emaar Properties meldete lediglich: Minimum 800 Meter! Die Website eines der beauftragten Bauunternehmen sprach dann von ca. 850 Metern, der Hersteller der 54 Aufzüge nannte schon 900 Meter. Einige redeten davon, dass das Gebäude zudem aufstockbar sein werde, wodurch der Turm die 1000 Meter Marke erreichen könne. Alles Vermutungen…

Keiner – außer natürlich der Baugesellschaft und der refinanzierenden Bank selbst- weiß wohl wirklich, wie hoch der Turm im Endeffekt sein wird.

Je rarer die Informationen, desto größer aber die Aufmerksamkeit. Eine simple Formel. In Blogs wird nach wie vor eifrig über die Geheimhaltungsmethodik und die endgültige Höhe des Bauwerks diskutiert, und die Presse stürzt sich auf jedes Häppchen, dass ihnen von Emaar Properties serviert wird.

Die Berichterstattungen haben sich folglich schon im Januar überschlagen, als die zum damaligen Zeitpunkt erreichte Höhe des Turms – und somit der neue Weltrekord- bekannt gegeben wurde.

Wir bemerken: ein strategisch geschicktes Manöver, das die Marketingmaschinerie grandios angekurbelt und Emaar Properties nicht einen Cent gekostet hat. Wir und nennen das ganze jetzt mal froschig “Stockwerkmarketing”.
Und das Geheimnis um das Geheimnis? Ist leicht zu lüften.

Schon Mark Twain erkannte: “Das Schönste aller Geheimnisse ist es, ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen. Marketing kann doch so einfach sein…”

Immobilienmarkt: Einzigartige Höhle zu verkaufen

angelegt von Miriam Neubauer am 19. Februar 2009 - 11:41

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Immobilien gibt es ja bekanntlich viele. Aber eine private Höhle? Das ist doch wirklich mal was Feines! Das „unterirdische“ Angebot von Albrecht-Immobilien befindet sich mitten in Deutschland (Thüringen).

Mit einer Fläche von 5000 qm hat die Höhle eine recht anschauliche Größe. Im Angebot inbegriffen ist ein Höhlensee- der führt zwar nur ab und zu Wasser, aber immerhin kann man als Besitzer eines privaten Höhlen-Pools glänzen. Das erinnert ja schon ein wenig an die berühmt berüchtigte „Grotte“ eines gewissen amerikanischen Hauses…
Quelle: privathoehle.albrecht-immobilien-international.com

Aber gut- zurück zum Thema… :-D

Das unterirdische Objekt wird inklusive eines 7800 qm Geländes verkauft, auf dem sich zwei kleine Ferienhäuser befinden und welches einen Ausblick auf die nahe gelegene Burg bietet.
Die Nutzungsart der Höhle steht dem zukünftigen Besitzer frei- von hipper Partylocation bis hin zur Kurzone ist also alles denkbar. Während einer Höhlenparty im Pool planschen? Cool!

Das „Unterwelt“-Angebot ist für den Schnäppchenpreis von 99.000 Euro zu haben. Liebhaber von Außergewöhnlichem werden sicherlich auf das seltene Objekt abfahren- das unterirdische Highlight beschreibt ja schon von selbst einen überirdischen Marketingeffekt.

Fazit: rar und urig. Höhlenmarketing erblickt hiermit das Licht der Welt.

Air Design -

angelegt von Miriam Neubauer am 14. Februar 2009 - 16:26

damit haben Sie die Nase vorn!

Sie sind in einem Einkaufszentrum und schnuppern verwirrt. Ist das nicht eher der Geruch eines Parks? Sie laufen im Flughafen von Terminal A zu B und haben plötzlich Karibikduft in der Nase? Bei Ikea riecht es fast genauso wie in den eigenen vier Wänden?

Sie brauchen sich nicht weiter wundern: Duftmarketing - auch Air Design genannt - ist der neueste Schrei in der Vermarktungswelt. Vor allem, weil es leicht anzuwenden ist und den Konsumenten unterbewusst animiert, relaxter und dadurch mitunter häufiger, Produkte zu kaufen. Studien beweisen: Bis zu 15 % Verkaufssteigerung sind über die dufte Idee möglich. Und mal ehrlich: Wer schnuppert nicht gern an der Parfümprobe, die mittels Duftflasche in der Zeitschrift beiliegt?

Die vielfältigen Kreationen werden ebenso vielseitig eingesetzt. Einige Unternehmen haben einen „corporate smell“, auch „corporate scent“ genannt, der dementsprechend die „corporate identity“ unterstreicht und meist eigens für das jeweilige Image bzw. Produkt kreiert wird. Die Düfte werden auch partiell oder terminiert eingesetzt: Autohäuser animieren Kunden gern per Frühlingsduft zum Kauf von Cabrios, Hotels locken mit Wohlfühlgerüchen aller Art, Bäckereien versprühen offensiv Kaffee- bzw. Ofengerüche und Spielzeuggeschäfte lassen Kinderherzen mit Süßwarennote schneller schlagen. Manch ein Anbieter löst über den Dufteinsatz auch ganz pragmatische Aspekte, z.B. wenn Geschäftsräume nach Farbe riechen oder schlichtweg müffeln. Parfümerien versuchen wiederum, ihre Filialen - der Masse an Gerüchen zum Trotz - einheitlich duften zu lassen.

Der „corporate smell“, besonders häufig von den Filialisten eingesetzt, schafft für die Konsumenten in jedem Geschäft eine ähnliche Atmosphäre. Eine wirkungsvolle Art, um den Wiedererkennungswert zu steigern. Die Bindung des Kunden an eine bestimmte Marke kann über den eigenen Duft gefördert, der Wert der Marke dadurch potentiell erhöht werden.

Auf dem Markt „der die Sinne verführt“ tummeln sich schon einige Anbieter, die ihre eigenen Kreationen zur Luftveredelung anbieten. Zum Beispiel das Unternehmen Voitino, - geruchsarm - aber dafür sehr erfolgreich wirbt.
Der Markt ist jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft. Viele Marketingabteilungen von führenden Unternehmen haben ihre Nase noch nicht in die duftende Branche gesteckt. Gerüche, die Wohlbefinden erzeugen, könnten auch sehr gut bei Immobilien eingesetzt werden, die zum Verkauf stehen. Denkt der potentielle Käufer beim Rundgang an erfolgreiche Geschäfte und Rendite, weil er sich durch Zimtgeruch aufgehoben und sicher fühlt, kann das ja eigentlich nur vermietungs und verkaufsfördernd wirken. Auch eingesetzt in öffentlichen Gebäuden oder Büroeinrichtungen, kann die Stimmung der Besucher und Angestellten positiv beeinflusst werden.

Die Manipulation des (Unter-) Bewusstseins von potentiellen Mietinteressenten oder Käufern und Angestellten ist ein Trend, der uns als Marketeer mal wieder auf riechen lässt.

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