damit haben Sie die Nase vorn!
Sie sind in einem Einkaufszentrum und schnuppern verwirrt. Ist das nicht eher der Geruch eines Parks? Sie laufen im Flughafen von Terminal A zu B und haben plötzlich Karibikduft in der Nase? Bei Ikea riecht es fast genauso wie in den eigenen vier Wänden?
Sie brauchen sich nicht weiter wundern: Duftmarketing - auch Air Design genannt - ist der neueste Schrei in der Vermarktungswelt. Vor allem, weil es leicht anzuwenden ist und den Konsumenten unterbewusst animiert, relaxter und dadurch mitunter häufiger, Produkte zu kaufen. Studien beweisen: Bis zu 15 % Verkaufssteigerung sind über die dufte Idee möglich. Und mal ehrlich: Wer schnuppert nicht gern an der Parfümprobe, die mittels Duftflasche in der Zeitschrift beiliegt?
Die vielfältigen Kreationen werden ebenso vielseitig eingesetzt. Einige Unternehmen haben einen „corporate smell“, auch „corporate scent“ genannt, der dementsprechend die „corporate identity“ unterstreicht und meist eigens für das jeweilige Image bzw. Produkt kreiert wird. Die Düfte werden auch partiell oder terminiert eingesetzt: Autohäuser animieren Kunden gern per Frühlingsduft zum Kauf von Cabrios, Hotels locken mit Wohlfühlgerüchen aller Art, Bäckereien versprühen offensiv Kaffee- bzw. Ofengerüche und Spielzeuggeschäfte lassen Kinderherzen mit Süßwarennote schneller schlagen. Manch ein Anbieter löst über den Dufteinsatz auch ganz pragmatische Aspekte, z.B. wenn Geschäftsräume nach Farbe riechen oder schlichtweg müffeln. Parfümerien versuchen wiederum, ihre Filialen - der Masse an Gerüchen zum Trotz - einheitlich duften zu lassen.
Der „corporate smell“, besonders häufig von den Filialisten eingesetzt, schafft für die Konsumenten in jedem Geschäft eine ähnliche Atmosphäre. Eine wirkungsvolle Art, um den Wiedererkennungswert zu steigern. Die Bindung des Kunden an eine bestimmte Marke kann über den eigenen Duft gefördert, der Wert der Marke dadurch potentiell erhöht werden.
Auf dem Markt „der die Sinne verführt“ tummeln sich schon einige Anbieter, die ihre eigenen Kreationen zur Luftveredelung anbieten. Zum Beispiel das Unternehmen Voitino, - geruchsarm - aber dafür sehr erfolgreich wirbt.
Der Markt ist jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft. Viele Marketingabteilungen von führenden Unternehmen haben ihre Nase noch nicht in die duftende Branche gesteckt. Gerüche, die Wohlbefinden erzeugen, könnten auch sehr gut bei Immobilien eingesetzt werden, die zum Verkauf stehen. Denkt der potentielle Käufer beim Rundgang an erfolgreiche Geschäfte und Rendite, weil er sich durch Zimtgeruch aufgehoben und sicher fühlt, kann das ja eigentlich nur vermietungs und verkaufsfördernd wirken. Auch eingesetzt in öffentlichen Gebäuden oder Büroeinrichtungen, kann die Stimmung der Besucher und Angestellten positiv beeinflusst werden.
Die Manipulation des (Unter-) Bewusstseins von potentiellen Mietinteressenten oder Käufern und Angestellten ist ein Trend, der uns als Marketeer mal wieder auf riechen lässt.