DER|FROGBLOG
12. Februar 2007

Wir brauchen mehr „Gurken“!
Namen sind nicht nur Schall und Rauch…

…, sondern ganz im Gegenteil, Herr Goethe: im Marketing spielt die Markierung dessen, was vermarktet werden soll, eine große Rolle. Ein zentraler Bereich kommt dabei dem Markennamen zu, also der verbalen Markierung des Produktes. (Daneben werden Produkte auch noch optisch markiert beispielsweise durch ein Logo, bestimmte Farben etc.)

Im Immobilienbereich sind Markennamen für Objekte bislang die Ausnahme, kommen meist zufällig zustande, und haben dann immer noch eher den Charakter von Spitznamen. Dieser ist häufig von der Form des Objektes inspiriert. Zum Beispiel kennen (mindestens) alle Briten die Londoner „Gurke“ (bzw. „Gherkin“), die Franzosen haben ihre „Grande Arche“ (Große Arche), welche offiziell „La Grande Arche de la Fraternité“ heißt, und in Malmö gibt es einen „Turning Torso“. Deutsche Immobiliennamen, die leicht erinnerbar sind und einen relativ hohen Wiedererkennungswert besitzen sind z.B. der „Skyper“ in Frankfurt, der „Streamer“ und das „Capricorn“ in Düsseldorf und das „Triangle“ in Köln.

Im Großen und Ganzen aber sind Immobiliennamen meist Kombinationen aus Firmenname und „Plaza“ oder „Tower“, wenn es um Bürogebäude geht, oder Zusammensetzungen mit „Center“ und „Carrée“, wenn Einzelhandels- und Gewerbebauten bezeichnet werden. Schlimmstenfalls heißt es sogar nur „das Objekt an Straße XY, Hausnummer sowieso“. Ein prägnanter Name sticht da natürlich aus der Masse heraus. In diesem Sinne lag ein anderer deutscher Schriftsteller namens Eckermann schon richtig, als er sagte: „Ein Name ist nichts Geringes.“

Trotzdem: nur eine „Gurke“ zu sein reicht nicht, ist aber schonmal ein Anfang. Namen erhöhen zwar die Bekanntheit der Gebäude, die Markierung bleibt aber eher schwach, was z.B. das Auslösen von Assoziationen wie „hervorragend ausgestattete Büroflächen“ oder „idealer Gewerbestandort“ angeht. Hier sind das Zusammenspiel und die Abstimmung gefordert mit optischen Markierungen, sowie Kommunikations- und Verbreitungstools im Rahmen einer zielgerichteten Markenpolitik. Das Motto heißt auch fürs Immobilienmarketing: Mut zur Individualität.

Darüber lohnt es sich für die nächste Marketingstrategie nachzudenken, auch wenn Sie bisher Ihre Leidenschaft für „Onomastik“, die Lehre von den Namen, noch nicht entdeckt haben sollten.

Veröffentlicht von Dr. Miriam Neubauer in Immobiliennamen | 1 Kommentar »