DER|FROGBLOG
16. April 2007

Durchgedreht: Wiener Ares-Tower feat.
neue TV-Spots von „3“.

Die Kreativen aus dem Marketing des Mobilfunkservices „3“ (Three) kommen mit ihrem Meeting zur neuen Werbekampagne nicht weiter. Der Störfaktor heißt Hannes, ein hartnäckiger Technik-Kollege. Der möchte unbedingt eine bestimmte Botschaft in die Kampagne einbauen und nervt damit ständig seine Kollegen. Im Hintergrund geben großzügige Fenster den Blick frei auf ein luftiges Aussichtspanorama über Wien.

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Szenarien dieser Art zeigt die neue Werbekampagne für den Mobilfunkservice „3“, Marke der Firma Hutchison 3G Austria. Prestigeträchtiger Drehort für die neuen TV-Spots mit Soap-Charakter: das 20. Stockwerk des Wiener Ares-Towers. Der 100 Meter hohe Vorzeige-Turm mit rund 40.000 Quadratmetern Office-Fläche gilt als das modernste Bürogebäude Wiens. Weitere aktuelle Projekte im Wiener Büro- und Gewerbeimmobilienbereich sind der Saturn Tower und der Tech Gate Tower.

Als Location für die „3“-Spots schlägt der Ares-Tower kostenintensiven eigenen Werbeaktionen jedenfalls ein schönes, kleines Immobilienmarketing-Schnippchen ;)

Kreiert wurden die „3“-TV-Spots und die noch im Laufe des Aprils folgenden Hörfunkspots, Print-Anzeigen, Plakate und Onlinekommunikation von der Münchener Werbeagentur „Q“.

Die „3“-Spots gibt’s hier:

http://images.derstandard.at/20070405/3MARKETING_Spot_3Data.mpg
http://images.derstandard.at/20070405/3Marketing_Spot_MobileTV.mpg

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28. Februar 2007

Von sympathisch bis gruselig

Immobilienmarketing ist ja auch eine sehr persönliche Sache. Die neue Kampagne „Lagerhaus62“ der Züricher Karl Steiner AG und der Werbeagentur cosmic stellt deshalb Menschen in den Mittelpunkt. Mit prominenten Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich werden Lofts, Wohnungen und Ateliers vor allem über den Sympathiefaktor vermarktet.

Aber in manch anderem Fall sind die Sympathieträger nur erfunden. Zum Beispiel bietet jetzt der Habsburg-Erbe Dominik von Habsburg seine Burg in einem rumänischen Dorf namens Bran zum Verkauf an: als „Dracula-Schloss“.
Kosten soll das angebliche Heim des von Bram Stoker bekannt gemachten Blutsaugers stolze 60 Mill. Euro. Dieser Preis dürfte allerdings, ob diverser Einschränkungen bei Ausstattung und Erreichbarkeit der Burg, sogar den treuesten Dracula-Fan ganz schnell wieder auf den Teppich holen. Zumal Dracula hier sehr wahrscheinlich nie gelebt hat.
Naja, aber falls doch, wie würde der Fürst der Finsternis wohl darauf reagieren, wenn einfach so jemand anderes in sein Haus einzieht?…Brrr…

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15. Dezember 2006

Und was sagt Ihr Haus dazu?

Wie? Häuser können doch nicht sprechen? – Aber klar doch. Erinnern Sie sich nicht mehr an den Kinderfilm „Villa Henriette“, der 2005 im Kino lief? Nina Hagen lieh dem Haus ihre unvergleichliche Stimme. Aber darauf wollte ich eigentlich gar nicht hinaus.

Ich spreche von Immobilien, die im Rahmen ihrer Vermarktung sprechen lernen oder besser gesagt sprechen lernen mussten. Bei meiner Recherche bin ich über zwei außergewöhnliche Fallstudien für Wohnimmobilien gestolpert und ich möchte nicht versäumen, Ihnen diese hier einmal vorzustellen.

Das freundliche Haus

Die Kunstinstallation zweier junger, kreativer Studenten verhilft einem baufälligen und verwahrlosten Eckhaus in der Erfurter Innenstadt zu neuem Ruhm und Glanz. Mit der Synchronstimme von Demi Moore schafft es die Immobilie sogar bis in die Bildzeitung. Publicity die den Eigentümer zur Sanierung bewegt und dem Haus ein dauerhaftes Image verleiht.

www.dasfreundlichehaus.de

Piratensender führt Einfamilienhäuser vor

Diese wohl nicht ganz neue Idee machte sich auch ein kanadischer Immobilienhändler zu nutze. Er stattete alle seine Objekte mit einem Radiosender aus, der in einer Endlosschleife die entsprechenden Basisinformationen abspielte. Interessenten konnten in der Nähe des Hauses die entsprechend auf einem Plakat vermerkte Sendefrequenz in ihrem Autoradio einstellen und so alles Wichtige erfahren, ohne auf einen Besichtigungstermin angewiesen zu sein.

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14. Dezember 2006

Perfektion durch Nachahmung

Was täte ich nur manchmal ohne Ray. Vorhin hat er mir erzählt, dass in Thames Town, dieser Trabantenstadt vor den Toren Shanghais, jetzt ein Werbespot gedreht wurde und die Produzenten ganz begeistert sind, dass sie dazu nicht nach England fliegen mussten. Das hat mich wieder daran erinnert, dass ich erst vor kurzem einen längeren Artikel auf Spiegel Online darüber gelesen habe.

Spiegel Artikel (6.11.06): „Chinesen kopieren englische Stadt
Spiegel Online Photostrecke >>

Thames Town ist ganz nach englischem Vorbild – von viktorianisch bis neugotisch -aufgebaut, um nicht zu sagen nachgebaut worden. Und als wenn eine „typisch englische“ Stadt mit Waterfront und Kirche nicht genug wäre, trumpft Thames Town auch noch mit einem besonderen Konzept auf: die ganze Stadt steht unter dem Motto Hochzeit und Kunst, was sich neben den Kommunikationsinhalten auch in der Stadtplanung und Vermietung niederschlägt. Nicht umsonst befinden sich am Love Square vor der Kirche mehrere Brautausstatter. Andererseits wird der neu entstandene städtische Raum wie auch schon in Anting (das deutsche Pendant im Reigen der europäischen Vorstädte) für Kunstprojekte und Ausstellungen genutzt, was das Areal auch für anspruchsvollere Mieter interessant macht.

Sogar der Webauftritt versucht, sich am Vorbild England zu orientieren: für eine chinesische Website ist er erfreulich dezent und übersichtlich. Die Seite verkündet das Motto „In pursuit of a wonderful time in classic Europe“ und könnte es bestimmt auch gut transportieren, wenn die Ladezeiten noch optimiert würden.

Screenshot Website

Auf jeden Fall scheint das Konzept aufzugehen, denn die meisten Häuser sind bereits an Bewohner Shanghais verkauft. Generell boomt die Idee, um den chinesischen Nabel der Welt – wie man sich selbst gern sieht – Satellitenstädte nach ausländischem Vorbild zu errichten.

Tagesschau-Bericht vom 20.11.: “Verwunderung über “europäische Städte” in China
Website Thames Town: http://www.thamestown.com/english/business1.htm
ShanghaiBlog >>

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