DER|FROGBLOG


16. Februar 2007

Virtuell ist ganz schön echt

Welcher ist für Sie der perfekte Ort zum Leben und Arbeiten? Also ich habe ihn für mich endlich gefunden: Diamond Island. Eigentlich hatte ich auch schon fast meine Sachen gepackt, aber die Insel liegt in einem Gebiet, das sich Dreamland Island Living nennt und zur virtuellen Welt von Second World gehört. Traumhaft, aber eben unecht :( …Oder nicht?

Vermarktet werden dieses und zahlreiche weitere virtuelle Grundstücke, sowie Immobilien an interessierte Second-World-Avatare jedenfalls von einer echten Firma Anshe Chung Studios. Das Unternehmen wurde letztes Jahr von der ehemaligen Sprachlehrerin chinesischen Ursprungs Ailin Graef aus Hessen gegründet. Firmensitz ist Hubei (China). Nach eigenen Angaben ist Anshe Chung Studios das erfolgreichste Unternehmen seiner Branche und verdiente schon im 3. Quartal 2006 eine Million (echte!) US-Dollar.

Mit Virtualität hat das virtuelle Immobiliengeschäft eigentlich nur noch am Rande zu tun. Hier geht es im Wesentlichen um echtes (!) Geld: die Käufe oder monatlichen Mieten sind per PayPal zu begleichen und hinter den Avatarnamen der Anshe-Kundenbetreuer wie „Finn“, „Quatro“ oder „Tiara“ steht echtes Personal.
Geboten wird ein (ziemlich echter!) Rundumservice von Beratung, Ankauf, Verkauf, Vernetzung bis hin zu einem Dreamlandradiostream auf der Anshe-Seite.

Auf sein Perlenbucht-Grundstück oder in eines der A’ksha Oase von Dreamland kann man sich ein virtuelles Traumhaus von „Richard“ bauen lassen, sowie ein passendes Outfit von „June“ oder „David“ wählen. Alles ganz nach dem eigenen (echten!) Geschmack. Und zu wirklich traumhaften Preisen im Gegensatz zur realen Welt (z.B. 1024 m2 für 8 US-Dollar pro Monat)!

Wer will da – allen Warnungen vor der Kurzfristigkeit des virtuellen Immobilienhypes zum Trotz – überhaupt noch nach Dubai? ;)

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15. Februar 2007

Mietkaution: Das gibt es zu wissen

Eines der beliebtesten Streitthemen zwischen Mieter und Vermieter? Die Mietkaution. Während sie für den Vermieter eine wichtige Sicherheit darstellt, ist sie für den Mieter eine lästige Zahlungsverpflichtung. Zudem entsprechen die üblichen Vorgehensweisen, die in der Praxis ausgeübt werden, auch nicht immer den gesetzlichen Bestimmungen, sodass es durchaus ratsam ist, einen Mietkaution Vergleich anzustellen, sofern man sich auf der Suche nach einer neuen Wohnung befindet.

Mietkaution wird im BGB geregelt

Jeder Vermieter hat das Recht, dass er von seinem Mieter zur Absicherung später entstehender Ansprüche, die aus dem Mietverhältnis erwachsen, eine Sicherheit verlangt, die er in Form der sogenannten Mietkaution einheben kann. Nach § 551 Absatz 2 BGB darf die Mietkaution maximal drei Nettokaltmonatsmieten betragen. Der Betrag muss zudem vom sonstigen Vermögen getrennt angelegt und auch verzinst werden. Entgegen anderweitiger Vereinbarungen, die im Vertrag geregelt wurden, kann der Mieter die Zahlung in drei Monatsraten leisten - das ist auch in § 551 Absatz 2 Satz 1 BGB geregelt. Die erste Rate muss zu Beginn des Mietverhältnisses bezahlt werden. Findet sich im Vertrag eine Vereinbarung, sodass die Kautionssumme jedoch auf einmal bezahlt werden muss, so ist diese nicht wirksam.

Verzinster Betrag muss innerhalb von sechs Monaten rücküberwiesen werden

Wurde das Mietverhältnis beendet, so hat der Mieter einen Anspruch auf die Mietkaution - das heißt, die verzinste Summe wird innerhalb von drei bis sechs Monaten rücküberwiesen, sofern der Vermieter keine Forderungen geltend macht. Stellt der Vermieter aber fest, dass es zu Schäden gekommen ist, Schönheitsreparaturen unterlassen wurden oder mitunter Mietrückstände aufrecht sind, so kann ein Teil (oder - je nach Höhe - der gesamte Betrag) der Kaution einbehalten werden. Gibt es von Seiten des Vermieters keine Forderungen, so muss er die gesamte Kaution - inklusive den Zinsen - an den Mieter bezahlen.

Ist die Mietkautionsbürgschaft eine empfehlenswerte Alternative?

Heutzutage gibt es aber auch eine Alternative zu der Mietkaution - die Rede ist von der Mietkautionsbürgerschaft, die auch als Wohnbürgschaft oder auch Kautionsbürgschaft bekannt ist. Der Vorteil? Der Mieter muss kein Eigenkapital aufbringen. Jedoch muss die Mietkautionsbürgschaft von Seiten des Vermieters aber nicht akzeptiert werden. Mitunter kann die Bürgschaft auch als Zwischenlösung fungieren - wichtig ist, dass dieser Punkt im Mietvertrag auch festgehalten wird.

Es brand! Silodenken ist out!
Vernetztes Immobilienmarketing mit Brandrooms?

Diese Woche habe ich ein neues Lieblingswort: Brandrooms. Sie sind die Antwort auf journalistische Newsrooms. Aber eigentlich sind sie sogar viel mehr als das. Die Brandroom-Idee skizziert gleichzeitig ein Problem und eine Chance für die Markenkommunikation.

Ersonnen von Christopher Peterka (Chef der Kreativ-Agentur Gannaca), stellen Brandrooms die Informations-, Kreativ- und Kommunikationsknotenpunkte der Markenwelt der (näheren?) Zukunft dar. Das wurde auch erst kürzlich bei dem Exklusiv-Workshop „Mapping Marketing 2.0“ des Gottlieb Duttweiler Institutes in Zürich diskutiert.

Wir wissen es ja: Kommunikation verläuft (u.a. dank Web 2.0) zunehmend in Echtzeit und die klassischen Kommunikationsmodelle sind dem nicht gewachsen. Im Brandroom hingegen kommen alle Informationen zusammen: aktuelle Nachrichten, Zahlen, Wettbewerbsmonitoring. Unterschiedliche Fachleute wie Art-Direktoren, Community-Manager, Produkt-Manager und Presseleute sind hier vernetzt und können sofort auf aktuelle Anforderungen reagieren. Mehr als bisher bei der klassischen Markenkommunikation rücken dabei Medien, Kunden und Mavens (hebr.: eine Mischung aus Experte und Meinungsführer) als Mitbestimmer in den Mittelpunkt.

Ich finde das ist eine super Sache mit den Brandrooms! Für’s Immobilienmarketing ist die Idee umso interessanter, weil hier bereits das Wesen der Immobilie eine Vernetzung von Fachleuten unterschiedlicher Herkunft (z.B. Architektur, Stadtplanung, Projektmanagement, Marketing, PR…) mit Kunden bzw. Investoren und Mietern nahelegt.

Wenn Sie mich also suchen, kommen Sie in den Brandroom ;)

Links:
Themenblog Brandroom

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14. Februar 2007

Mit Schirm, Charme und Toilettenpapier?

Ach ja, der Valentin, nein nicht der Karl, sonderdern Tag der Liebe, der Romantik, der Produktdesigner… Manche nehmen den 14. Februar allerdings etwas zu ernst, finde ich. Auch auf die schwindende Gefahr hin, jetzt unromantisch zu wirken, aber Toilettenpapier im Valentinstagsdesign??? Mit Rosen-Duft??? Ich bin mir nicht sicher, ob das sein muss… Jedenfalls existiert dieses ergreifende Angebot einer bekannten deutschen Supermarktkette tatsächlich.
Dann doch lieber Blumen. Ja, Blumen sind ok. Und Schokolade :)

herz3.jpg

Möglicherweise ist der Valentinstag als Marketingevent für diverse Give-Away-Aktionen inzwischen ein wenig überreizt. Von dem Rot und den ganzen Herzchen ist vielleicht der ein oder andere eher genervt als angetan. Aber auf jeden Fall blumig bleibt das Motiv der gegenseitigen Aufmerksamkeiten durch Geschenke. Kleine charmante, Nettigkeiten dürften immer noch gut bei jedem ankommen – egal ob am 14. Februar oder an einem anderen Tag im Jahr.
Allerdings kann es nicht einfach irgendwas sein, womit man seine Lieben (Freunde, Partner, Kunden, Kollegen) beglückt. Vergessen Sie Kulis, Kalender, Toaster und Co. ! In Japan hat zum Beispiel jemand einen Regenschirm* entwickelt, der Flickr Fotostreams zeigt. Oder personalisierte Zigarren. Vielleicht passt aber auch etwas ganz anderes viel besser. Das kommt immer drauf an, an wen und worum es geht.

Was haben Blumen zum Valentinstag mit Immobilienmarketing zu tun? Eigentlich nichts, schade eigentlich. Jedenfalls erinnerte mich das Ganze trotzdem irgendwie daran. Bei Immobilien zählen zwar letztendlich harte wirtschaftliche Fakten, jedoch kann (und sollte!) so einiges durch die Marketingblume gesagt werden. Tun Sie mir ganz persönlich nur einen winzigen Gefallen: bitte, bitte entwerfen oder verschenken Sie niemals Toilettenpapier!

*verschenken Sie doch an Ihre/n Liebsten mal einen Regenschirm mit Fotos aus Ihrem Immobilienportfolio.

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13. Februar 2007

Einheit der Gegensätze – City Park Karlsruhe setzt auf ansprechende Synthesen

Ich wusste es ja schon immer: Gegensätze ziehen sich an! Das haben sich anscheinend auch die Projektentwickler und Vermarkter des City Park Karlsruhe gedacht.

City Park Karlsruhe City Park Karlsruhe

Park und City, lebendige Großstadt mit internationalem Flair und Erholung im Grünen, Wohnen und Arbeiten, moderne Technologieregion und Kulturstadt mit Tradition – nebeneinander werden emotionale Lebenslust und wirtschaftliches Erfolgskalkül kommuniziert, denn genauso gegensätzlich wie der City Park Karlsruhe selbst ist die Zielgruppe bestehend aus künftigen Bewohnern, Geschäftsinhabern und Investoren.
Alle sollen sich wohlfühlen im City Park. Peu à peu entstehen in dem neuen Stadtteil im Karlsruher Südosten Wohnungen, Büro- und Dienstleistungsflächen (ca. 414.000 m2 Geschossfläche) mit Nahverkehrsanbindung sowie insgesamt zehn Hektar öffentliche Grünflächen und soziale Infrastruktureinrichtungen. Hohe architektonische Qualität sowie alternative Bauherrenmodelle zur gestalterischen Einbeziehung der künftigen „CityParkzens“ sollen zusätzlich überzeugen.

Offensichtlich geht das Konzept auf: die Grundstücke des ersten Bauabschnitts sind bereits komplett verkauft. Seit kurzem nehmen sich die Planer und Bauer jetzt den zweiten großen Bauabschnitt vor. Auch hier wurden bereits erste Grundstücke verkauft. In diesem Frühjahr wird sehr wahrscheinlich noch der Bau des neuen Hauptsitzes der LBBW (Landesbank Baden-Württemberg) mit 18.000 m2 Geschossfläche abgeschlossen. Bis 2019 soll dann der komplette City Park fertig sein.
Ich drücke die Daumen und sage bis bald!

P.S.:
Verantwortlich für die Vermarktung des City Park Karlsruhe ist der Projektentwickler Aurelis, eines der führenden deutschen Immobilienunternehmen.

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12. Februar 2007

Wir brauchen mehr „Gurken“!
Namen sind nicht nur Schall und Rauch…

…, sondern ganz im Gegenteil, Herr Goethe: im Marketing spielt die Markierung dessen, was vermarktet werden soll, eine große Rolle. Ein zentraler Bereich kommt dabei dem Markennamen zu, also der verbalen Markierung des Produktes. (Daneben werden Produkte auch noch optisch markiert beispielsweise durch ein Logo, bestimmte Farben etc.)

Im Immobilienbereich sind Markennamen für Objekte bislang die Ausnahme, kommen meist zufällig zustande, und haben dann immer noch eher den Charakter von Spitznamen. Dieser ist häufig von der Form des Objektes inspiriert. Zum Beispiel kennen (mindestens) alle Briten die Londoner „Gurke“ (bzw. „Gherkin“), die Franzosen haben ihre „Grande Arche“ (Große Arche), welche offiziell „La Grande Arche de la Fraternité“ heißt, und in Malmö gibt es einen „Turning Torso“. Deutsche Immobiliennamen, die leicht erinnerbar sind und einen relativ hohen Wiedererkennungswert besitzen sind z.B. der „Skyper“ in Frankfurt, der „Streamer“ und das „Capricorn“ in Düsseldorf und das „Triangle“ in Köln.

Im Großen und Ganzen aber sind Immobiliennamen meist Kombinationen aus Firmenname und „Plaza“ oder „Tower“, wenn es um Bürogebäude geht, oder Zusammensetzungen mit „Center“ und „Carrée“, wenn Einzelhandels- und Gewerbebauten bezeichnet werden. Schlimmstenfalls heißt es sogar nur „das Objekt an Straße XY, Hausnummer sowieso“. Ein prägnanter Name sticht da natürlich aus der Masse heraus. In diesem Sinne lag ein anderer deutscher Schriftsteller namens Eckermann schon richtig, als er sagte: „Ein Name ist nichts Geringes.“

Trotzdem: nur eine „Gurke“ zu sein reicht nicht, ist aber schonmal ein Anfang. Namen erhöhen zwar die Bekanntheit der Gebäude, die Markierung bleibt aber eher schwach, was z.B. das Auslösen von Assoziationen wie „hervorragend ausgestattete Büroflächen“ oder „idealer Gewerbestandort“ angeht. Hier sind das Zusammenspiel und die Abstimmung gefordert mit optischen Markierungen, sowie Kommunikations- und Verbreitungstools im Rahmen einer zielgerichteten Markenpolitik. Das Motto heißt auch fürs Immobilienmarketing: Mut zur Individualität.

Darüber lohnt es sich für die nächste Marketingstrategie nachzudenken, auch wenn Sie bisher Ihre Leidenschaft für „Onomastik“, die Lehre von den Namen, noch nicht entdeckt haben sollten.

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